Beneteau25 “Farrbar” zur Traunseewoche
24. Mai 2007Central EUROPEAN Cup im Rahmen der OMEGA-Traunseewoche in Gmunden/Oberösterreich vom 17.-20.05.2007
Ausrichter: UNION YACHT CLUB Traunsee
Revier: Traunsee Seehöhe: 423 m, Fläche 24,0 km2, größte Tiefe: 191 m
Anreise: Mittwoch 16.05.
Nach ca.8 Stunden Fahrt endlich in Gmunden angekommen, das Schiff ins noch auf dem Weg und trudelt gegen 23.30 Uhr nach ca. 12 Stunden Regen auch ein. An Aufbau ist nicht mehr zu denken, die noch bis zum späten Abend scheinende Sonne ist mittlerweile Regen und deutlich unangenehmeren Temperaturen gewichen.
1. Wettfahrttag: Donnerstag 17.05.
Der Start ist um 13.00 Uhr angesetzt, zuvor Wiegen, Kontrollvermessung…alles OK! Erster Start läuft relativ pünktlich über die Bühne, 17 Schiffe haben sich an der Linie eingefunden. Mit der Ute B., Randale, Ciao und unserer FarrBar allein 4 Schiffe aus dem nördlichen Teil Deutschlands. Schwache Winde, thermische Einflüsse und sehr tricky Bedingungen, die erste Wettfahrt wurde auf dem 1.down-wind abgebrochen, zu starke Dreher und ungleiche Bedingungen ließen kein reguläres Rennen zu. Also war Warten angesagt.
Was nu? Wo kommt denn jetze der Wind her? Foto: Anja Lehmann/FarrBar
Neustart war dann gegen 17.09 Uhr, die Thermik hatte sich ein wenig stabilisiert und brachte zumindest Wind aus der üblichen Richtung, 8 Knoten, Südost, regnerisch. Die „Ideallinie“ hatten wir aber noch nicht gefunden, Platz 6 bis hierher. Einige der Locals legten erst so dicht an der Felskante um, dass dieses Manöver auch gut als Anleger funktioniert hätte.
2. Wettfahrttag: Freitag 18.05.
Start war um 11.00 Uhr geplant, aber die Thermik hatte den „Oberwind“ nicht so recht in Gang gebracht, das hieß also warten auf den hoffentlich einsetzenden „Niederwind“ der ließ jedoch ebenfalls auf sich warten. Wir erkundeten derweil die Gmundener Esplanade, auf der sich die Tornados und 49’er aufgereiht hatten. Die Bahn Bravo erwies sich als nicht segelbar, trotz aller Bemühungen des Bahnenchefs konnte kein Rennen gestartet werden. Für den Folgetag wurde der Start für 8.00 Uhr angesetzt, es hatte sich gezeigt, dass hier eine gute Chance besteht am Vormittag ein Rennen durchzubekommen.
3. Wettfahrttag: Samstag 19.05.
Erster Start war für 8.00 Uhr angesetzt, und das nach dem Galaabend im Toscana! Die Jungs von der Randale wollten es nicht wirklich glauben und mussten vom Hotelzimmer mit ansehen, wie die ersten Schiffe bereits den Hafen verließen. Sie kamen aber dennoch pünktlich zum Start. Endlich Sonne und sehr angenehme Temperaturen, laut „Blue Sky“ sollten sich bei diesen Bedingungen die Thermik von ihrer besten Seite zeigen…eigentlich!
Pünktlich um 8.00 Uhr fiel der Startschuss zur 2. Wettfahrt, leider hielt die Thermik nicht so lange durch wie erhofft, so dass zum Ende des Rennens die Bedingungen immer ungleicher wurden, 3 Knoten aus Süd. Dennoch wir kamen alle nach einer knappen Stunde ins Ziel, 10. Platz, so hatten wir uns das aber nicht vorgestellt.
Jetzt hieß es erst einmal wieder Warten auf die Nachmittagsbriese, die Zeit vertrieben wir uns mit den Clubeigenen Mini 12’ern.
Foto: Anja Lehmann/FarrBar
Die Regattaleitung hat nach Rücksprache mit den Klassen entschieden, entgegen der Segelanweisung, 4 Tageswettfahrten durchzuführen, wir waren natürlich einverstanden.
Um 13.52 Uhr war dann Start zur 3. Wettfahrt, Bedingungen recht stabil, 2-3 Knoten aus Nord und sonnig.
Auf der ersten Kreuz entschieden wir uns kurz vorm Luvfass für die linke Seite, richtige Entscheidung, der Rest des Feldes hangelte sich am Ufer entlang, wir rundeten als erster, dicht gefolgt von der Randale und Kai, es blieb bis ins Ziel ein sehr enges Rennen. Die Führung konnten wir, wenn auch knapp, gegen Kai verteidigen, die Randale kam mit etwas Abstand auf den 3. Platz.
15.24 Uhr der Start zur 4. Wettfahrt und um 16.46 Uhr dann gleich die 5. Wettfahrt, beide beendeten wir mit dem 3. Platz, somit sind wir vor dem letzten Regattatag auf den 3 Rang vorgerutscht.
Für Sonntag 7.00 Uhr Start auf allen Bahnen, stand am Aushang!!! So früh sind wir wohl noch nie aufgerufen worden an die Linie zu treten.
Letzter Wettfahrttag: Sonntag 20.05.
Wir sind pünktlich um 6.30 Uhr am Schiff, nach Wind sieht es allerdings nicht wirklich aus. Also erst einmal frühstücken im Seglerzelt.
Unser Bahnenchef wundert sich über die Windverhältnisse und bleibt mit dem Startschiff an Land. Die Bedingungen für eine ordentliche Thermik waren vorhanden, nur die Thermik wusste wohl nix davon. Es blieb bei unsteten Bedingungen. Auf Nachfrage bei der Regattaleitung wollte dieser nicht mehr nach 13.00 Uhr starten, wir werden uns erinnern…
Der Veranstalter lud zum Frühschoppen bei Weißwurst und Bier, danach begaben wir uns gegen 11.00 Uhr aufs Wasser.
Teilweise waren die Bedingungen so konfus, dass sich Schiffe mit stehendem Spi aufeinander zu bewegen konnten, und erst kurz vorm Zusammentreffen der Wind kippte. Vor der Esplanade setzte sich allmählich eine gleich bleibende Thermik durch, unsere Bahn zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und ließ noch keinen Start zu. Gegen 13.00 Uhr bewegten sich die Schiffe in Richtung Hafen, unser Startschiff blieb auf der Bahn. Mit der Aussage unseres Bahnenchefs im Ohr, nach 13.00 Uhr nicht mehr starten zu wollen, begaben sich einige Boote in Richtung Krananlage.
Nochmals eine längere Wartezeit, wir begannen bereits mit dem Abbau, als der Tonnenleger unserer Bahn wieder ablegte und unser Startschiff Position bezog.
Es war mittlerweile 14.00 Uhr! 4 Knoten aus Nord, sonnig
Foto: Anja Lehmann/FarrBar
Wir lagen derzeit auf Platz 3, einen Punkt hinter Randale und nur 1 Punkt vor AUT 204. Wir mussten also noch einmal antreten! Der Weg zur Startlinie reichte gerade um das Schiff wieder startklar zu machen. Start um 14.32 Uhr, wir kamen im Mittelfeld raus, es hieß die AUT 204 nicht weiter als 1 Platz weg zu lassen und möglichst vor die Randale zu kommen. Am ersten Fass kamen wir als 5. an, Kai vorne weg, dann GER 363, GER 112 und auf Pos. 4 AUT 204, wir dahinter und an unserem Heck die Randale. Auf der letzten Kreuz hatte sich die GER 112 verabschiedet, vor uns das gleiche Bild und mit etwas Abstand die Randale direkt hinter uns. Wir konnten bis zum Leefass auf die AUT 204 auffahren und schoben uns kurz vor der Tonne, auf Innenposition liegend, neben die Österreicher. Mit einem drop direkt an der Tonne konnten wir die entscheidenden Meter herausfahren und kamen als 3. ins Ziel. Damit lagen wir nun 1 Punkt vor Randale und 2 Punkte vor AUT 204 auf dem 2. Platz.
Ein gelungener Abschuss der OMEGA-Traunseewoche!
Foto: Anja Lehmann/FarrBar
Die Siegerehrung fand dann gegen 17.00 Uhr vor dem Eventcenter auf der Gmundener Esplanade statt.
Neben einigen Staatsmeisterschaften der Tornados und 49’er wurde eben auch der Central European Cup vergeben. Die Porzellankanne für den Central European Champion holte sich die Crew um Kai Mares ab. Vize mit 16 Punkten wurde unser Team mit Jens Ahlgrimm, Stephan Mölle, Carsten Wernecke, Mathias Gedrange und Alexander Schlaefer an Bord. Den 3. Podestplatz belegte die Randale mit Skipper Ingo Lochmann.
Immer sind die Winde am Traunsee wohl allerdings nicht so konfus, manchmal gibt es auch geordnete Verhältnisse, wie in einer Schönwetterperiode, wo sich durch die Thermik das viel gepriesene Phänomen des 'Ober' und 'Niederwindes' einstellt. Der Rhythmus beginnt am Abend um ca. 22 Uhr, wenn ein Südwind anspringt, der bis zum nächsten Morgen, zwischen 9 und 10 Uhr durchhält. - Der 'OBERWIND' - Darauf folgt eine dreistündige Flaute, ehe der Wind aus Nordosten gleichsam zurückweht und bis 17 Uhr oder 18 Uhr durchhält…na ja das nächste Mal vielleicht.
Von den 8 ausgeschriebenen Wettfahrten konnten wir dann doch 6 über die Bühne bringen, auch wenn das am Sonntag für die meisten eine Rücktour durch die Nacht bedeutete, hatte sich der Ausflug nach Oberösterreich gelohnt.
Stephan, Team-FarrBar, GER 4411
Foto: Anja Lehmann/FarrBar
Tags: Farrbar, GER 4411, Traunseewoche, Beneteau25, Platu25, Regattabericht, Central EUROPEAN Cup


